Von Göttern und Dämonen, von Licht und Schatten

Wir sind zurück von den Gilis auf der Insel der 1000 Götter. Kleiner Einschub zu den unterschiedlichen Religionen: auf Gili T haben uns stets morgens um 5.oo Uhr die Gebete des Muezzin geweckt, die insgesamt fünf Mal am Tag aus den Lautsprechern der Moschee ertönen, da auf Lombok, den Gilis und anderen indonesischen Inseln der Islam die vorherrschende Religion ist. Auf Bali kommen wir wieder mit der Vielfalt der hinduistischen Götter- und Dämonenwelt und den hinduistischen Zeremonien in Kontakt. Auf Bali hat sich aus dem ‚Animismus‘ – dem Glauben an eine beseelte Natur, an Dämonen und Götter, an weiße und schwarze Magie – eine besondere Ausprägung des Hinduimus entwickelt, der ‚Agma Hindu Dharma‘, bei dem die drei Götter Brahma, Vishnu und Shiva Ausdruck des einen göttlichen, allumfassenden Wesens sind, die Natur als beseelt angesehen wird und Bäume, Steine, Seen und alles was die Menschen umgibt, von Göttern – oder bösen Geistern – bewohnt sein kann.

Im Südwesten Balis, auf der Halbinsel Bukit im Örtchen Uluwatu, einem Surferparadies;-) verbringen wir unsere letzten Urlaubstage bevor wir morgen – um viele Eindrücke reicher – zurückfliegen . 
Gestern haben wir eine Wanderung zum Tempel ‚Pura Luhur Uluwatu‘ gemacht, entlang der Klippen, durch kleine Dörfer und schließlich durch ein Wäldchen, das den Tempel umgibt und in dem eine Bande von Langschwanzmakkaken lebt (mit diesen frechen Äffchen haben wir ja bereits im Monkey Forest von Ubud Bekanntschaft gemacht… Sonnenbrillen und Hut runter, Handys und Kamera einstecken oder gut festhalten;-)

‚Pura Luhur Uluwatu‘ bedeutet ‚ Tempel über dem Fels‘ und ist einer der wichtigsten und bedeutendsten hinduistischen Tempel auf Bali. Er wurde bereits im 11.Jahrhundert erbaut und im 16.Jahrhundert zu seiner heutigen Größe erweitert. In diesem Tempel finden auch heute noch viele wichtige heilige Zeremonien statt. Er erstreckt sich mit seinen Mauern, seinen beiden Nebentempeln und dem Hauptheiligtum entlang einer beeindruckenden Felslandschaft, die sich ungefähr hundert Meter senkrecht aus dem Meer erhebt und gegen die die starke Brandung des indischen Ozean tost.

Der Uluwatu Tempel ist der Göttin Dewi Danu, der Schutzgöttin des Meeres, geweiht. Er ist auch deshalb so wichtig, weil für die Balinesen das Meer die Heimat vieler Dämonen und gefährlicher Götter ist, wovor es sich adäquat zu schützen gilt. Die Legende besagt, dass die ganze Klippe mitsamt dem Tempel einst ein Schiff war, das hier gestrandet und zu Stein erstarrt ist … und mit etwas Phantasie können wir von einiger Entfernung den steinernen Bug des Schiffes anhand der Felsformation ausmachen. Unseren schicken Sarong haben wir auch wieder herumgeschlungen – alle Tempelanlagen auf Bali dürfen nur mit diesem Tempeltuch betreten werden. Morgens um halb sieben sind wir bereits von unserer Unterkunft, den Uluwatu Cottages, aufgebrochen, um die Tempelanlage noch ohne jeden Ansturm von Touristenbussen zu sehen – das hat sich gelohnt, wir sind fast alleine und können die Tempelanlage in sehr beschaulicher Ruhe erleben.

Bevor wir morgen abreisen – sofern der seit ein paar Tagen heftig brodelnde Vulkan Mount Agung, uns abfliegen lässt – werfe ich zum Abschluss meiner Reiseberichte einfach noch ein paar Blitzlichter auf unsere Erlebnisse. Und falls du mit dem Gedanken spielst auch nach Bali oder Lombok und die Gilis zu reisen, findest du vielleicht hilfreiche Anregungen. Oder lass‘ dich einfach nochmals ein bisschen mitnehmen in die tropische Inselwelt. Ein kleines Resümee also zu Yoga, Snorkeling & Diving, Kultur, modern live und kulinarische Freuden…

… ich bin sehr dankbar und erfüllt von den vielen, neuen Eindrücken und Erlebnissen, habe noch nie in meinem Leben schönere Sonnenuntergänge erlebt und das Licht und die Farben auf diesen Inseln sind geradezu atemberaubend. Wir sind so vielen herzlichen, lebensfrohen und entspannt chilligen Menschen begegnet. Ich habe das warme Klima als sehr, sehr angenehm empfunden, jeder Tag ist ein „Schläppchentag“: morgens aufstehen, die Sonne scheint, der Himmel von einem strahlend Blau – vielleicht ein paar weiße Wolken hineingetupft – am Meer weht eine leichte Brise, nur ganz leichte Kleidung überstreifen, die Sonnenbrille – fertig für den Tag. Die Abende und Nächte sind mit ca. 25Grad natürlich nicht jedermanns Sache.
Die sehr entwickelte touristische Infrastruktur macht den Aufenthalt sehr angenehm. Bis auf eine Unterkunft in Padangbai ( dem ‚Harmony Guest House‘, das aus meiner Sicht nicht zu empfehlen ist ) haben wir es super getroffen mit unseren kleinen Gartencottages. Das Essen in den Warungs ist günstig und fein, zudem mussten wir – wenn wir wollten – nicht auf leckeres Frühstück mit tollem Cappuccino, Müsli, Smoothie- Früchtebowls oder Avocadotoast verzichten, denn viele Cafés und Organic Bars haben sich auf die Reisenden aus Europa, Australien oder Amerika eingestellt. Zur Lunch und Dinnerzeit gibt es dort dann nicht nur eine ausgezeichnet gewürzte, lokale indonesische Küche, sondern auch vegetarische, vegane Gerichte oder frischestes rawfood. Und überall gibt es free Wifi.

Wunderschöne Yogaplätze konnte ich auf Bali an fast allen von unseren Destinations finden, jede Yogastunde war ganz anders, aber immer schön und jedesmal hatte ich ein Gefühl zuhause zu sein – einfach wunderbar …

in Sanur die ‚power of now oasis‘

in Ubud die ‚Yogabarn‘ – ausgezeichneter Yogaunterricht ! 

in Bondalem das ‚Prana Veda Sanctuary‘ – unglaublich schöner Platz am Meer für Retreats 

auf Gili T ‚Gili Yoga‘ und ‚yoga sunset beach‘ – mit einem wunderbaren Blick aufs Meer & den Sonnenuntergang

in Uluwatu die ‚Yoga Searchers‘

Wir hatten uns Bali ‚unberührter‘ in Bezug auf die Natur und weniger vom Tourismus ‚überschwemmt bzw überprägt ‚ vorgestellt. Mit all‘ den Schwierigkeiten, die diese Veränderungen in einem Land und einer Kultur mit sich bringen, z. B. das vielfach ungelöste Müllproblem oder der auf uns sehr hektisch und stressig wirkende Verkehr, der die Straßen verstopft und die Luft verpestet, die vielerorts ungeordnete Bautätigkeit. Das Besondere und Schöne mancher Orte zu erkennen – zum Beispiel den legendären Zauber Ubuds- brauchte deshalb Zeit – und manchmal könnte ich das paradiesische Bali so gar nicht entdecken. Geht es den Locals gut mit diesen heftigen Veränderungen, habe ich mich oft gefragt ? Manchen sicherlich – nicht nur denen, die am Tourismus profitieren – denn die moderne Welt, die auch Einzug in Bali gehalten hat, bietet eben auch viele Annehmlichkeiten. Ich möchte sie ja auch ungern missen. Und es hat ja keiner versprochen, dass Reisen nur paradiesisch und ohne Herausforderungen ist, dass ein Land andres ist als das Bild im Kopf und dass es nicht auch nachdenklich machen darf – kein Licht ohne Schatten.
In den Tagen auf den Gili Islands waren wir dem paradiesischen Gefühl einer traumhaften Insel mit weißen Sandstränden, türkisfarbenem Wasser und einem super entspannten Lebensgefühl oft näher. Hier haben wir beim Snorkeling große Meeresschildkröten und viele bunte Fische gesehen und Peter hatte nach seinem bestandenen OWD zwei faszienierende Tauchgänge und hat dabei ‚Nemo‘ gefunden!

Heute an unserem letzten Tag ist es erstaunlich wolkig und windig, es hat nur 21 Grad;-) also ein guter Abschiedstag. Morgen machen wir uns auf den langen Weg zurück nach Hause, falls uns der Mount Agung, der höchste Vulkan Balis, nicht noch im letzten Moment einen Strich durch die geplante Abreise macht. Über 50 Jahre liegt der letzte Ausbruch zurück, der dann Monate gedauert hat und seit ein paar Tagen rumort es wieder einmal gewaltig. Wir hoffen, dass die dunklen Dämonen durch gute Gebete und Opfergaben beschwichtigt werden konnten und ‚Agni‘, der Gott des Feuers noch in eine freundliche, wohlwollende Stimmung versetzt werden kann ! Ich freue mich – ganz aufrichtig – auf unser Wiedersehen und die gemeinsame Yogazeit… bis ganz bald … 

from Bali with Love !

der ‚Pura Luhur Uluwatu‘ – der Tempel über dem Fels- ist einer von Balis bedeutendsten Heiligtümern, liegt in einer atemberaubend schönen Felsenlandschaft ungefähr 100m über dem Meer und ist umgeben von der tosende Brandung.
Tore zum Glück. Balinesische Holzkunst an der Tür zu den ‚Yogasearcher‘ in Uluwatu. Ganesha, der Lieblingsgott vieler Yogis, soll Hindernisse beseitigen … und wirkt einfach wunderbar entspannt !
solch einen Arbeitsplatz hätte ich gerne auch in Freising … bei herrlich warmem, sonnigen Wetter mit Blick in die tropische Pflanzenwelt meinen yogaflows Reiseblog schreiben… einfach paradiesisch
feinste kulinarische Genüsse verwöhnen Gaumen und das Auge ! Die indonesische Küche hat so viele feine Speisen und die Köche haben auf beste Weise auch internationale Köstlichkeiten in den Speiseplan integriert ! Ich stelle mich zuhause lieber nicht auf die Waage;-)
eine faszinierende Unterwasserwelt haben wir vorallem rund um die Gili Islands erlebt … und Peter hat bei einem seiner Tauchgänge ‚ Nemo‘ gefunden
from Bali with Love … ich freue mich auf unser baldiges Wiedersehen !
 

4 Gedanken zu “Von Göttern und Dämonen, von Licht und Schatten

    1. liebe Barbara, wie schön von dir zu hören, freut mich, dass du auch mitgelesen hast 😊
      es sieht gut aus mit unserem planmäßigen Abflug – wir sitzen gerade im International Airport, kurz vor Boarding & der Vulkan hält sich ruhig 😉
      freue mich aufs Wiedersehen & unsere Yogastunden
      from Bali with Love ❤️
      petra

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    1. liebe Elfi, schön von dir zu lesen & danke für die chilligen Grüße an den Vulkan- scheint zu helfen 😉
      Wir sitzen gerade im Flughafen kurz vor Boarding & es sieht sehr gut aus mit unserem planmäßigen Abflug in einer Stunde,
      from Bali with Love ❤️
      petra

      Gefällt mir

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